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VDMA: Milliardenumsatzprognose für 2020 bestärkt

11.04.2013 | id:1381109

Deutsche Brennstoffzellen-Industrie setzt 2013 dreistellige Millionenbeträge mit Heizgeräten und kleinen Stromversorgungsanlagen um

Die Brennstoffzellenindustrie blickt optimistisch in die Zukunft: Auf Basis einer Industriebefragung der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen, die am Donnerstagim Rahmen der Hannover Messe präsentiert wurde, erwarten die Unternehmen für 2020 einen Milliardenumsatz. Bereits im Jahr 2011 hatte sich dieser Trend in der Umfrage abgezeichnet und ist jetzt noch deutlicherzu erkennen – statt gut einer Milliarde Euro rechnen die Unternehmen jetzt mit knapp zwei Milliarden Euro Umsatz.

Deutliche Steigerung der Umsatzerwartung für 2020 trotz kurzfristiger Verzögerung
Unter Berücksichtigung des Gesamtmarktes kann in 2013 allein mit Brennstoffzellen zur Stromerzeugung jenseits des Auto- und Busantriebs die 100-Millionen-Euro-Schwelle überschritten werden. Bei der letzten Befragung im Jahr 2011 wurde das Erreichen dieser Schwelle bereits für 2012 avisiert. Im Jahr 2012 lagen die Umsätze der Brennstoffzellen-Industrie in Deutschland in den Bereichen Hausenergieversorgung, Industrieanwendung, Bord- oder Notstromversorgung bei etwa 80 Millionen Euro. Während die längerfristigen Erwartungen deutlich gestiegen sind, werden im aktuellen VDMA Brennstoffzellen Konjunkturspiegel leichte Verzögerungen bei der kurz- bis mittelfristigen Technologieeinführung sichtbar. Auch die Erwartungen für das Jahr 2015 wurden gegenüber der Umfrage 2011 leicht gedämpft. Doch der Trend ist weiter positiv: Hersteller aus Deutschland generieren entsprechend der Ergebnisse der Umfrage ab 2013 hohe zweistellige Wachstumsraten. Für 2020 gehen die Hersteller auf deutlich sicherer Basis als bei der Befragung im Jahr 2011 von knapp zwei Milliarden Euro gegenüber damals 1,2 Milliarden Euro Umsatz aus.

Aktuelle Beschäftigung und  Beschäftigungsprognose bis 2020 höher als erwartet
Die aktuelle direkte Beschäftigung in der deutschen Brennstoffzellen-Industrie und die Prognose für die Beschäftigung sind höher als zuletzt erwartet. „Bereits heute arbeiten über 1.500 Menschen in den befragten Unternehmen. Bis zum Jahr 2020 können allein mit Brennstoffzellen für stationäre Anwendungen und SpezielleMärkte in Deutschland über 6.000 Menschen beschäftigt werden", betont Johannes Schiel, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen im VDMA. Vor zwei Jahren waren die Hersteller für das Jahr 2020 von etwa 5.000 Beschäftigten ausgegangen. Transportanwendungen sindvon der Umfrage noch nicht berücksichtigt, hier ist zusätzlich mit starken Umsatz- und Beschäftigungszahlen zu rechnen. Die Exportquote, die für das frühe Stadium der Industrie bereits bei akzeptablen 28 Prozent liegt, steigt bis 2020 in Richtung 50 Prozentund unterstreicht die Zukunftsfähigkeit der deutschen Brennstoffzellen-Industrie.

Großes Marktpotentialzeigt energiewirtschaftliche Bedeutung
Die Zahl der heute noch meist kleinen Brennstoffzellensystemefür Spezielle Märkte steigt von etwa 4.000 Systemen in 2012 über knapp 14.000 in 2015 bis etwa 100.000 in immer größeren Leistungsbereichen in 2020 an. Richtung 2020 werden aber auch stationäre Brennstoffzellen immer wichtiger und überholen die sogenannten Early Markets bei Stückzahlen und Installierter Leistung. Im Bereich Hausenergie hat eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg im Herbst letzten Jahres Szenarien für die ökologische und ökonomische Bedeutung der Strom- und  Wärmeerzeugung mit Brennstoffzellen im Einfamilienhaus entwickelt, die durch die VDMA Brennstoffzellen Umfrage nun bestätigt wurden. Guido Gummert, Geschäftsführer von BAXI Innotech und Vorsitzender der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen, summiert die Erwartungen der Gerätehersteller wie folgt: „Wir rechnen mit mindestens 70.000 Brennstoffzellenheizgeräten in 2020 für die Installation in Deutschland und einem ähnlichen Volumen für den Export. Gemeinsam mit zahlreichen größeren Anlagen in Gewerbegebäuden und Industrieanwendungen werden in Deutschland demnachin 2020 Brennstoffzellen mit zusammen über 200 MW Leistung neu installiert. Damit werden  Brennstoffzellenanlagen auch energiewirtschaftlich bedeutend."

Abbau von Markthemmnissenweiter erforderlich
Die positiven Prognosen zeigen, dass die Marktvorbereitung trotz leichter Verzögerung auf einem guten Weg ist – die Technologien sind ausgereift und die Kosten bereits deutlich gesunken. Einen starken Anteil hieran hat auch das Nationale Innovationsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien der Bundesregierung (NIP), das die Hersteller von Systemen und Komponenten für stationäre und spezielle Anwendungen in den letzten fünf Jahren mit rationellkalkulierten Mitteln unterstützt hat. Die leicht gedämpften Prognosen für 2015 weisen allerdings darauf hin, dass noch Hemmnisse bei der Technologieeinführung bestehen, die zum Fortschreiten der Lernkurve und zur Hebung der Skaleneffekte noch beseitigt werdenmüssen. „Hersteller von Brennstoffzellen und deren Zulieferindustrie benötigen verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen zur Kostensenkung und Systemoptimierung – auch jenseits des aktuellen NIP", fassen Johannes Schiel und Guido Gummert zusammen.

Repräsentative Kennzahlen
Die Brennstoffzellen-Industrie in Deutschland wächst: Industrie und Politik erkennen Relevanz von Brennstoffzellen-Technologien für die Energiewende im Gebäude, bei der Bord- und Notstromversorgung. Mit den Ergebnissen der Umfrage 2013 liefert VDMA Brennstoffzellen repräsentative Kennzahlen zu Marktentwicklung, Technologiereife und industrieller Durchsetzungskraft. Status und Prognose bieten Entscheidungsgrundlagen für den Ausbau der Brennstoffzellen-Industrie in Deutschland und verdeutlichen die energiewirtschaftliche und die industrielle Bedeutung der jungen Branche.

VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen
Der VDMA unterstützt 60 führende Hersteller und Zulieferer von Brennstoffzellen beim Ausbau des Industrienetzwerks zur Optimierung der Systeme und Komponenten sowie bei der politischen Interessenvertretung. VDMA Brennstoffzellen koordiniert die Brennstoffzellen-Industrie zum Ausbau von Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland und entwickelt gemeinsam mit der Politik Strategien zur Marktdurchdringung von Brennstoffzellen. Technologischer Vorsprung und ein stabiler Heimatmarkt sind für die Chancen deutscher Hersteller auf dem Weltmarkt entscheidend.


Ansprechpartner:

Johannes Schiel, Geschäftsführer VDMA AG Brennstoffzellen, 0172/3133461, johannes.schiel@vdma.org

Guido Gummert, Vorstandsvorsitzender VDMA AG Brennstoffzellen, 0171/3079522, g.gummert@baxi-innotech.de

Bildquelle : Matthias Ferdinand Döring

johannes.schiel@vdma.org, johannes.schiel@vdma.org
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