Artikelansicht

VDMA Brennstoffzellen-Konjunkturspiegel 2015

14.04.2015 | id:7715059

Die Brennstoffzellenindustrie in Deutschland verzeichnet für das Jahr 2014 Umsätze mit kommerziell verfügbaren Brennstoffzellen-Heizgeräten und Stromversorgungsanlagen in Höhe von noch moderaten 70 Millionen Euro. Für das laufende Jahr prognostiziert der Konjunkturspiegel auf Basis einer Industriebefragung der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen allerdings ein Wachstum von 80 Prozent. Die Brennstoffzellenindustrie kann daher optimistisch voraus blicken. Die Exportquote, die in dieser noch jungen Industrie bereits bei akzeptablen 30 Prozent liegt, steigt bis 2020 auf über 40 Prozent und unterstreicht die Zukunftsfähigkeit der deutschen Brennstoffzellenbranche.

Erwartungen für das Jahr 2015 dreistellig, aber durch Verzögerungen gedämpft

Dr. Manfred Stefener, Vorstandsvorsitzender der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen, sagt dazu: „Im laufenden Jahr rechnen wir allein mit Brennstoffzellen zur Stromerzeugung mit einem Umsatzvolumen in dreistelliger Millionenhöhe.“ Bei der vorangegangenen Befragung wurde das Erreichen der Schwelle von 100 Millionen Euro für 2013 avisiert, nun liegen wir mit 135 Millionen Euro deutlich darüber. Während die längerfristigen Erwartungen hoch geblieben sind, werden im aktuellen VDMA Brennstoffzellen-Konjunkturspiegel Verzögerungen bei der kurz- bis mittelfristigen Technologieeinführung sichtbar. Die Erwartungen für das Jahr 2015 wurden gegenüber der Umfrage 2013 deutlich gedämpft, doch der Trend ist weiter sehr positiv.

Nur leichte Reduktion der Umsatzerwartung für 2020 trotz schwierigem Markthochlauf

Hersteller aus Deutschland generieren entsprechend der Ergebnisse der Umfrage in den Folgejahren hohe zweistellige Wachstumsraten. Die Unternehmen erwarten für 2020 wie in früheren Prognosen weiterhin einen Milliardenumsatz. Bereits im Jahr 2013 hatte sich dieser Trend in der Umfrage abgezeichnet und ist jetzt noch klarer zu erkennen. Für 2020 prognostizieren die Hersteller allerdings leicht reduzierte 1,8 Milliarden Euro Umsatz gegenüber zwei Milliarden Euro in der Umfrage 2013.

Beschäftigung nimmt mit Umsatzwachstum und Produktivitätssteigerung deutlich zu

Die aktuelle direkte Beschäftigung in der deutschen Brennstoffzellenindustrie deckt sich mit den Erwartungen. „Bereits in 2015 arbeiten etwa 1900 Menschen in den befragten Bereichen der Brennstoffzellenindustrie. Bis zum Jahr 2020 können allein mit Brennstoffzellen für stationäre Anwendungen und Spezielle Märkte in Deutschland knapp 5000 Menschen beschäftigt werden“, betont Johannes Schiel, Geschäftsführer der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen. Vor zwei Jahren waren die Hersteller für das Jahr 2020 von etwa 6000 Beschäftigten ausgegangen. Transportanwendungen sind von der Umfrage noch nicht berücksichtigt; hier ist zusätzlich mit starken Umsatz- und Beschäftigungszahlen zu rechnen.

Großes Marktpotential zeigt energiewirtschaftliche Bedeutung

Die Zahl der heute noch meist kleinen Brennstoffzellensysteme für Spezielle Märkte steigt von etwa 3800 Einheiten in 2014 über knapp 5400 in 2015 bis etwa 68.000 Systeme in immer größeren Leistungsbereichen im Jahr 2020 an. Bis dahin überholen stationäre Brennstoffzellen die sogenannten Early Markets bei Stückzahlen und installierter Leistung. „Wir rechnen mit mindestens 370.000 Brennstoffzellenheizgeräten in 2020 für die Installation in Deutschland und im Export. Gemeinsam mit zahlreichen größeren Anlagen in Gewerbegebäuden und Industrieanwendungen werden in Deutschland demnach in 2020 Brennstoffzellen mit zusammen über 300 MW Leistung neu installiert. Damit werden Brennstoffzellenanlagen auch energiewirtschaftlich bedeutend“, so Schiel.

Abbau von Markthemmnissen weiter erforderlich

Die Technologien sind weitgehend ausgereift und die Kosten bereits deutlich gesunken, unter anderem dank der Unterstützung durch das Nationale Innovationsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien (NIP) der Bundesregierung. Die leicht gedämpften Prognosen für 2015 und 2020 weisen allerdings darauf hin, dass noch Hemmnisse bei der Technologieeinführung bestehen. „Für den erfolgreichen Sprung zur Serienfertigung braucht die Brennstoffzellenindustrie verlässliche Rahmenbedingungen zur weiteren Kostensenkung und Systemoptimierung – auch jenseits des aktuellen NIP“, fasst Dr. Manfred Stefener zusammen. Systemhersteller und Lieferanten stehen wie Anwender und Betreiber für weitere Investitionen bereit."

Repräsentative Kennzahlen

Die Brennstoffzellen-Industrie in Deutschland wächst: Industrie und Politik erkennen die Relevanz von Brennstoffzellen-Technologien für die Energiewende im Gebäude sowie bei der Bord- und Notstromversorgung. Mit den Ergebnissen der Umfrage 2015 liefert VDMA Brennstoffzellen repräsentative Kennzahlen zu Marktentwicklung, Technologiereife und industrieller Durchsetzungskraft. Status und Prognose bieten Entscheidungsgrundlagen für den Ausbau der Brennstoffzellen-Industrie in Deutschland und verdeutlichen die energiewirtschaftliche und die industrielle Bedeutung der jungen Branche.

VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen

Der VDMA unterstützt über 60 führende Hersteller und Zulieferer von Brennstoffzellen beim Ausbau des Industrienetzwerks zur Optimierung der Systeme und Komponenten sowie bei der politischen Interessenvertretung. VDMA Brennstoffzellen koordiniert die Brennstoffzellen-Industrie zum Ausbau von Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland und entwickelt gemeinsam mit der Politik Strategien zur Marktdurchdringung von Brennstoffzellen. Technologischer Vorsprung und ein stabiler Heimatmarkt sind für die Chancen deutscher Hersteller auf dem Weltmarkt entscheidend.

Bildquelle : Marek Bruns, VDMA Brennstoffzellen

johannes.schiel@vdma.org, johannes.schiel@vdma.org
johannes.schiel@vdma.org, johannes.schiel@vdma.org
Datei-Anhänge:
2015-04-14-Pressemitteilu... 2015-04-14-PM-VDMA-Fuel-C...

Bilddatenbank
Zurück