Energiepolitik

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Der Fokus der industriepolitischen Interessenvertretung von VDMA Brennstoffzellen liegt auf der erfolgreichen Technologieeinführung der Brennstoffzellen insbesondere in stationären Anwendungen zur Hausenergieversorgung und Industrieversorgung sowie in speziellen Märkten wie unabhängige Stromversorgung, Bordstromversorgung und Spezialfahrzeugantrieb.

Der Fokus der industriepolitischen Interessenvertretung von VDMA Brennstoffzellen liegt auf der erfolgreichen Technologieeinführung der Brennstoffzellen insbesondere in stationären Anwendungen zur Hausenergieversorgung und Industrieversorgung sowie in speziellen Märkten wie unabhängige Stromversorgung, Bordstromversorgung und Spezialfahrzeugantrieb. Mit einem stabil wachsenden Heimmarkt kann der Aufbau einer möglichst geschlossenen Wertschöpfungskette mit exportorientierten Systemherstellern und einer breiten Zulieferindustrie in Deutschland für die Belieferung auch der globalen Märkte unterstützt werden. Gemeinsam mit den Vertretern der Industrie und in Kooperation mit anderen Organisationen werden Lösungen zum Erreichen der Ziele zum Ausbau der Brennstoffzellenindustrie in Deutschland erarbeitet.

Nationales Innovationsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellen

Mit dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) wird das Ziel der Bundesregierung seit 2006 gemeinsam von Politik und Industrie umgesetzt. Zusammen wurden für einen Zeitraum von zehn Jahren 1,4 Milliarden Euro bereitgestellt. Demonstrationsvorhaben haben die Funktionstauglichkeit und die technologische Reife von Brennstoffzellen Made in Germany bewiesen. Tausende Anlagen zur Bordstromversorgung, 1.000 Brennstoffzellen- Heizgeräte, mehrere Hundert Anlagen zur netz- unabhängigen Stromversorgung, 150 Autos und 25 Busse wurden bis zum Jahr 2016 im Feld eingesetzt. In der Hausenergie- und der Bordstromversorgung konnte in Deutschland der Übergang von Prototypen zu Kleinserien umgesetzt werden.

Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

Die NOW GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) ist verantwortlich für die Koordination und Steuerung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) und begleitet die Technologieeinführung von Brennstoffzellen in Deutschland im Auftrag der Bundesregierung. Die VDMA AG BZ stellt der Mitglieder des 18-köpfigen Beirats der NOW, der die NOW bei Programmgestaltung- und Umsetzung unterstützt und berät..

Japan, Korea und USA schaffen erfolgreich erste Märkte

In unterschiedlichen Marktsegmenten haben die nationalen Markteinführungsstrategien von Japan, Korea und USA zu Erfolgen geführt:

  • Japan ist führend beim Einsatz von Brennstoffzellen μ-KWK (Mikro Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) zur Hausenergieversorgung. Im Jahr 2015 sind mehr als 100.000 Einheiten bereits in Kundenhand und die Produktionskapazität liegt bei ähnlichen Einheiten pro Jahr.
  • Süd-Korea hat im Bereich der Industrieanwendung den größten Brennstoffzellenpark mit über 50 MWel realisiert und verfolgt weitere Ausbauziele. Zusammen mit den USA liegt das Produktionsvolumen im Jahr 2015 bei Hochtemperaturbrennstoffzellen zur Energieversorgung bei weit über 100 MW.
  • Die USA konnte außerdem erfolgreich Gabelstapler mit Brennstoffzellen als Alternative zu konventioneller Technologie etablieren. Mehr als 10.000 Gabelstapler sind Anfang 2016 im Einsatz.

In allen drei Ländern wurden politische Rahmenbedingungen gesetzt, die die nationalen Brennstoffzellen Industrien gestärkt haben. Mittelfristig werden sich Brennstoffzellen am Markt ohne besondere Förderung durchsetzen. 

 Kriterien an Technologieeinführungsprogramme

  • Der VDMA lehnt technologiespezifische Programme zur Markteinführung grundsätzlich ab, erkennt aber die Realitäten im Bereich Stromerzeugung an.
  • Einzeltechnologien, wie z.B. BZ, dürfen nicht diskriminiert werden und sind grundsätzlich mit anderen politisch flankierten Technologien auf ein „level playing field“ zu stellen.
  • Wenn staatliche Eingriffe zur Förderung noch marktferner Technologien vorgenommen werden, dann müssen sie strengen Kriterien genügen.
  • Voraussetzung für diese Eingriffe ist, dass sie

ökonomisch und ökologisch begründet sind und

zeitlich begrenzt und degressiv ausgestaltet sind und

Mitnahmeeffekte minimieren und

anspruchsvolle Effizienzkriterien zugrunde legen und

eine möglichst geringe Erhöhung der Energiekosten nach sich ziehen.

  • Abgesehen von dem Vorschlag einer Kaufprämie entspricht der Programmvorschlag des IZES diesen wesentlichen, industriepolitisch wichtigen Grundanforderungen des VDMA an Förderinstrumente.
  • Das TEP ist ökonomisch und ökologisch begründet, soll zeitlich befristet, stark degressiv ausgestaltet, an hohen Effizienzkriterien orientiert und im Volumen begrenzt sein.
  • Wenn – im Sinne des Primats der Politik – solche Programme kommen, so bringt der VDMA seine Expertise zu einer Ausgestaltung ein, um die Interessen seiner Mitglieder optimal zu vertreten.

 Countdown für die Technologieeinführung

  • Deutschland hat das wissenschaftliche und industrielle Know-how zur Entwicklung, Serienfertigung und internationalen Vermarktung von BZ. Für die Technologieeinführung der BZ in Deutschland ist die Industrie damit gut gerüstet.
  • Technologieeinführung in Deutschland kann die Voraussetzung für einen Heimmarkt als Schaufenster für deutsche Energietechnik schaffen, weiteres Innovationspotenzial wecken, und Technologie „Made in Germany“ sichern.
  • Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat sich auf dieser Basis entschieden, ein Technologieeinführungsprogramm (TEP) für stationäre BZ zu initiieren. Es soll spätestens Anfang 2017 in Kraft treten. Für die Technologieeinführung ist die Industrie gut gerüstet.
  • Die VDMA AG BZ setzt sich für verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen ein.  Der VDMA lehnt Kaufpräminen grundsätzlich ab, akzeptiert aber das Primat der Politik.
  • Wenn es dennoch zu staatlichen Eingriffen kommt, dann müssen diese in der Umsetzung strengen Kriterien genügen. Nach Prüfung der VDMA AG BZ erfüllt der vorliegende Vorschlag für das TEP diese Umsetzungskriterien.
  • Die VDMA AG BZ hält es für realistisch, dass das TEP nötige Schritte zu Kostensenkung und Industrialisierung ermöglicht, damit die volle Marktreife von BZH erreicht wird.
  • Neben der nachhaltigen Umsetzung des TEP für BZH ist nach Beschlussfassung und Notifizierung des KWK-Gesetzes zu prüfen, wie das BMWi ein „level playing field“ auch für große stationäre BZ-KWK-Anlagen und BZ-Notstromversorgungsanlagen schaffen kann.

Initiative Brennstoffzelle IBZ

Die Umsetzung des TEP wird von der Initiative Brennstoffzelle in Kooperation mit der Projektgruppe Stationäre Brennstoffzellen der VDMA AG BZ eng begleitet. Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ) ist das Kompetenzzentrum für Brennstoffzellen-Heizgeräte in der Hausenergieversorgung. Gemeinsam engagieren sich führende Unternehmen der Energiewirtschaft, namhafte Gerätehersteller sowie die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) für die innovative Technologie. Die IBZ koordiniert verschiedene Aktivitäten wie die Informationsarbeit, die Aktualisierung von technische Regelwerken, den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren im Markt sowie die Interessenvertretung gegenüber der Politik.